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ZDF-Recherche:Produktfälschung 16 Aug 2021 12:51 #9541

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Sehr geehrte Damen und Herren,

wir befinden uns gerade am Anfang der Recherche zu einer ZDF-Dokumentation über das Thema Produktfälschung. Gerne würde ich mich in diesem Forum nach Experten und Opfern von "Fake-Uhren" erkundigen. Mir ist bewusst, dass es einen Unterschied zwischen Hommagen und Fake-Uhren gibt. Dennoch hat vielleicht der ein oder andere, oder ein Bekannter von ihnen, schon einmal mit Fake-Uhren zu tun gehabt oder ist sogar "Opfer" einer solchen geworden.

Erzählen Sie mir gerne ihre Geschichte. Ich bin von 9.00-18.30 Uhr unter der Nummer 0561-103923 oder unter der E-Mail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar.

Diesen Aufruf haben wir vorher mit dem Besitzer dieses Forums abgesprochen.


Mit freundlichen Grüßen
Lukas Metzger

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ZDF-Recherche:Produktfälschung 16 Aug 2021 13:53 #9543

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Diesen Aufruf haben wir vorher mit dem Besitzer dieses Forums abgesprochen.
 

Korrekt. Wobei ich explizit darauf hingewiesen habe, dass ein Schwerpunkt dieses Forums Hommagen und eben keine Fakes/REPs/Whatever sind. Und ich habe dann auch ausführlich den Unterschied zwischen Hommagen und Fakes deutlich gemacht. Und nach wie vor sind Fotos von REPs hier durch das Regelwerk verboten.
“There is more stupidity than hydrogen in the universe, and it has a longer shelf life.”
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ZDF-Recherche:Produktfälschung 16 Aug 2021 18:25 #9544

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Auch wenn es sich hierbei aller Voraussicht nach um einen potentiellen Beitrag für Frontal 21 handeln wird - ich denke der TE kann hier zum geplanten Format genauere Auskunft geben - und ich diese mittlerweile nach nachfolgendem Beitrag in die Schublade "Wie Bild, nur bewegter" gesteckt habe, möchte ich dennoch etwas kurzes dazu beitragen:



Zitat: "Mir ist bewusst, dass es einen Unterschied zwischen Hommagen und Fake-Uhren gibt."

Was ist denn bitte eine Fake-Uhr? Eine Uhr die nicht tickt? Eine ausgedruckte Uhr? Ich gehe mal mit Ernsthaftigkeit davon aus, dass die Frage auf Fälschungen gemünzt sein soll.

Diese werden hier, wie ebenfalls in anderen Foren geächtet und bei Thematisierung mit einem Bann belegt. Ich empfehle hierzu einen Besuch in anderen Foren oder Auktionsplattformen, wo gerne mal Uhren von "0-Beitrags-Anbietern" angeboten werden "vor x Monaten gekauft, keine Papiere, keine Box", "Erbstück" - bei denen die Herkunft unklar ist. Ein seriöser Käufer hinterfragt die Geschichte und hinterfragt es auch über den Hersteller/Juwelier.

Generelle Fragen im Sinne "Von wo könnten die herkommen" als auch ähnlichen Fragestellungen gehe ich mal davon aus, dass man sich die Fragen selbst beantworten kann. Hierzu empfehle ich den Besuch von Aliexpress oder Reise nach China, wo man bereits in der Innenstadt als Nichtasiat mit "Original Jeans, Original Watch, Original Phone" belagert wird.

Persönlich gehe ich davon aus, wenn ich eine Uhr bei einem seriösen Verkäufer (Karstadt, Kaufhof, Hersteller, etc) erwerbe, das Risiko relativ gering bis unwahrscheinlich ist. Kaufe ich diese über eine Plattform mit großzügiger Rückgabemöglichkeit, dann brauche ich mich nicht wundern, wenn potentiell dieses missbraucht wird und irgendwas untergeschoben wird.

Ist bei Hardware-Wallets so, bei Computerteilen, Klamotten, Telefonen ...

Betroffen war ich noch nicht, kenne auch niemanden explizit, auch hier im Forum ist mir niemand bekannt, kann dazu aber sagen: "Gier frisst Hirn" - wenn man sich im eigenen Handeln nicht hinterfragt, warum eine Uhr die normalerweise 10.000€ kostet für 100/500/1.000/2.000 € angeboten wird, dann muss man sich nicht wundern, wenn man betuckt wird. Eine neue S-Klasse bekomme ich auch nicht für 15.000€ - höchstens einen Lada mit dem Schriftzug einer S-Klasse. MIr persönlich tun dann auch die Käufer wegen offensichtlicher Doofheit nicht leid.

DAS wiederum hat aber nicht nur mit Uhren zu tun, sondern mit allem im Leben: Auf einem Ruhrgebietsflohmarkt ein Boss-T-Shirt für 10€? Ja nee, is klar, würde der Atze sagen ...

Mein Glück: Ich bewege mich in einer Preisklasse, da ist es gar kein Thema. Und andere Preisklassen würde ich über einen offiziellen Konzessionär erwerben. Habe ich nicht die Kohle, dann habe ich nicht die Kohle, ...

Ansonsten empfehle ich dem TE Flohmärkte zu besuchen. Der letzte Flohmarkt den ich besucht habe war voll mit "echten antiken Rolex" für 80 € ... genaaaaau.

Ich denke, hier kann definitiv mehr zu Hommagen gesagt werden und bei Fragestellung zu diesen beantwortet werden.
Gruß,
keegokies
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ZDF-Recherche:Produktfälschung 16 Aug 2021 20:33 #9545

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Mahlzeit,
also, reingefallen bin ich auch mal. Anno 19..igendwas in den 80er. Flohmarktkauf, als ich noch Uhren-Padavan war. Ne Seiko 5 für wenig Geld, und Daheim durfte ich dann feststellen das da ein billiges Russenwerk drin war.
Ich hab es überlebt und als Lehrgeld abgetan.

Die Weite des Uhrenmarktes ...... und ein bißchen gehört dazu, denn wenn Panerai so weiter macht, und neuerdings wird der Tubus zur Krone eingeklebt, wobei die Hommageuhren, und man möge mir verzeihen, auch die Fälschungen, nach wie vor diese Bauteil "einschrauben", dann wird es nicht lange dauern und die "anderen" Uhren sind diesbezöglich besser als das Original.

Heute, im Zeitalter des Internets, viele Foren, viele Infos, "verkaufen" sich solche Uhren (sogenannte Fake-Uhren) nur noch an wirkliche Unwissende, aber wie gesagt, das Internet kann auch schlauer machen, oder an die, die so eine Uhr, aus welchen Gründen auch immer, haben wollen.

Der Rest wurde schon gesagt. ""Opfer"": Sehr oft trifft dann "Gier frist Hirn", "Faulheit" und "Unwissenheit" zusammen.
Gruß Bernd
Jaeger-LeCoultre = The watchmaker's watch.
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ZDF-Recherche:Produktfälschung 17 Aug 2021 19:18 #9549

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Es ist schon bestimmt über 10 Jahre her, da bin ich auch mal einer Fälschung auf den Leim gegangen. Ich war damals auf Dienstreise auf Zypern und bin nach getaner Arbeit noch ein wenig durch Nikosia geschlendert, als mir ein Fremder etwas versteckt in einer Papiertüte ein Uhrenetui hinhielt, in dem sich eine Herren- und eine Damenuhr mit "Omega" Logo befanden. Er brauche dringend Geld, teilte mir der Fremde mit, und wolle sich für 150,- EUR von den "garantiert echten" Uhren trennen.

Ich hatte damals noch null Ahnung von Uhren und wusste nur, dass Omega keine ganz billigen Uhren herstellt. Dass es sich nicht um echte Uhren handeln konnte, war mir jedoch schon damals klar, doch das Pärchen sah recht anständig gefertigt aus. Leider hatte ich nur rund 30,- EUR dabei, was ich dem Herren auch mitteilte. Überraschenderweise willigte der Mobil-Konzi ein, mir "schweren Herzens" trotzdem die Uhren zu überlassen.

Anderntags sah ich den gleichen Herren übrigens erneut mit einer Papiertüte herumrennen und Leute ansprechen :) Zuhause angekommen war die Freude über die so günstig erstandenen Luxusuhren leider nur von kurzer Dauer. Nach rund zwei Wochen blieben beide Uhren im Abstand von knapp einem Tag stehen und waren auch nicht mittels einer neuen Batterie zum Weiterlaufen zu überreden. Naja, unter "Lehrgeld" abgebucht

Heute stehe ich dem Thema "Fälschungen" etwas zwiegespalten gegenüber. Einerseits besitze ich selbst neben diversen Hommagen auch einige REPs, die ich mir jedoch auch im vollen Bewusstsein gekauft habe, dass es keine echten Luxusuhren sind. So weit ist die Sache ja auch voll okay. Kritisch wird es m.E. da, wo jemandem eine Fälschung als echte Uhr untergejubelt wird. Ich rede hier nicht von einer fast echten Rolex, die im inneren ein Miyota-Werk beherbergt, sondern von Uhren, die auch von echten Kennern kaum vom Original zu unterscheiden ist. Beispielsweise wird schnell aus einer durchschnittlichen Rolex Daytona mit einem anderen Blatt eine vermeintlich echte Paul Newman Daytona gezaubert, die mehr als das dreifache wert ist. Da hört für mich dann definitiv der Spaß auf.

Solange Käufer und Händler mit offenen Karten spielen, ist alles gut. Aber bescheißen geht gar nicht!
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― Frank Zappa
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ZDF-Recherche:Produktfälschung 17 Aug 2021 21:55 #9550

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So verschieden sind die Leute, ich dachte noch vor ca 10 Jahren, dass "Omega bestimmt so 200€ oder so kostet". Damals noch 0 im Bereich Uhren unterwegs gewesen.

Für mich käme dieses Fake-Thema auch nicht in Frage, weil das für mich nicht "das Echte" ist. Schwer zu beschreiben. Wie Ehespiele mit nem Gummipartner.

Aber ich pfeife mir auch keine holländischen Kräuterzigaretten rein, kenne aber andere und betrachte es als deren Ding. Jeder entscheidet für sich selbst was das Richtige für ihn ist.

Dieses Thema habe ich aber auch bei Hommagen die für mein Empfinden zu nah an aktuellen Modellen liegen.

Das Gesicht des Verkäufers bei Karstadt werde ich auf jeden Fall nie vergessen, nachdem ich nach dem Kino nach Omega fragte weil James Bond sie im Film trug... Da kam nur die Aussage: "Da müssen sie rüber zu Wempe gehen!".

Der Tag war gelaufen als ich dann das Preisschild der erstbesten Omega im Schaufenster sah.

Da ist aber auch in meinen Augen das große Problem der Hersteller angesiedelt:

Die haben heute für Marketing Etats, das könnte auch das BIP eines Stadtstaates sein. Hollywood fragt für James Bond nach ner Uhr und einem Werbekostenzuschuss, bereitwillig wird das kommende Top-Model herübergereicht. Das steht dann pünktlich nach Filmstart hinter Panzerglas in der Fußgängerzone.

Nennen wir meinen mentalen Counterpart einfach Hans, 0 Ahnung von Uhren, aber James Bond-geil findet die Uhr auch prall (Wer wäre denn nicht gerne wie James Bond?), rennt so wie ich ins Tal der Tränen, weil er im Gegensatz zu mir vielleicht mit seinem Verkäufergehalt an der Supermarktkasse sich sowas nicht leisten kann. Jemals. Träume sollen ja bekanntlich toll sein... Kauft er dann die 9€ Casio F91W um "seinen Traum" zu erfüllen? Ich glaube nicht.

Gleiche Ausgangssituation, anderes Handeln.

Das soll nicht heissen, dass es Fakes in meinen Augen legitim macht, aber was erwartet dieses Business was "Hans" dann tut? Die meisten Leute können sich schlicht solche Uhren kaum leisten. Da können sie im McD der Topverkäufer des Jahrzehnts werden, nada.

Ich stelle auch mal die heilige Frage: Schädigt es den Hersteller, wenn Hans sich das Original niemals leisten kann, aber aus dem Türkeiurlaub eine vom Strand mitbringt? Der Typ war nett und hat sie ihm verkauft.

Identisches ist ja auch bei Klamotten der Fall, werden diese Leute dann bei der Einreise hingerichtet? Ich kenne da nicht einmal die Gesetzeslage wie es überhaupt damit aussehen würde wenn ich Back nach Germany durch die rote/grüne/diverse Lane gehe.

Meiner Meinung nach schädigt er die Hersteller dann nur auf zwei potentiellen Wegen, ich bin aber auch kein Jurist:
1) Wenn er sie verkauft und als Original ausgibt
2) Das Image des Herstellers könnte beschädigt werden ("den seine Omega war nach einer Woche kaputt!")

Für mich habe ich den Frieden gefunden, dass ich bezahlbare Uhren sammle, Seiko halt, und irgendwann (also nie) wird das Konvolut dann verkauft (nie) und sich DANN was "richtiges" gekauft. Also nie.

Und wenn es mal was anderes zwischendurch sein soll, dann schaue ich bei Kickstarter rein. Siehe auch meine Pancor. Gefällt mir immer noch wahnsinnig gut, das könnte eine Fake bei mir nie erzeugen.

Aufgrund der Modellpolitik ist aber tendentiell die Swatchgroup so oder so gedanklich nicht gelistet. Die mit dem Zacken aus der Krone aber auch nicht. Und andere Vergleichbare ebenfalls nicht. Dann kommt aber nicht mehr viel.

Eine Moonwatch kann ich mir auch von Bulova kaufen... wobei mir bei denen aktuell nicht klar ist, wem die gehören (Citizen?)

Ich finde, wer es dagegen richtig macht ist zum Beispiel Yema. Ohne jetzt die genauen Preise zu kennen:

Yema Rallyegraf Automatik 2500€
Yema Rallyegraf Quartz 300€

Klar gibt es Unterschiede, aber Horst-Kevin sieht sie nicht und wird sie niemals sehen. Er kauft mit dem Auge, nicht mit Herzblut bei der Sache.

Seiko ebenfalls: Von der 10€ Uhr bis zur 20.000€ Uhr ist man immer bei der gleichen Marke. Für jeden was dabei.

Je nach Portemonnaie hat da dann jeder seine Chance "die schöne Uhr" zu erwerben. Der eine so, der andere so.

Andere agieren da eher wie folgt und wundern sich dann, dass es offensichtlich Kopien gibt: "Also du musst auf eine Warteliste, dauert ca 3 Jahre, aber da kommst du nur drauf, wenn du schon mehrfach bei uns einen 10k€-Klopper gekauft hast".

Und was macht dann potentiell ein schwarzes Schaf? Richtig. Bringt passend zur ungedeckten Nachfrage das Model. Was aber eh nicht bedient worden wäre, weil Horst-Kevin noch keine Uhr zuvor gekauft hat.

Man schafft also einen elitären Kreis unter seinesgleichen und ein Kausalproblem was man ebenfalls selbst versucht zu bekämpfen. Zum Teil mit abstrusen Mitteln.

Und in diesem Elitekreis bescheissen sie sich am Ende gegenseitig und flennen dann, dass sie veräppelt wurden, weil sie ja nicht ahnen konnten, dass ein Sammler von der beliebigen Edelmarke sowas machen würde. Manchmal sollten sich diese Leute einfach mal mit dem Thema beschäftigen, welches sie mit dicker Hose nach draußen präsentieren...

Wie hiess nochmal der große Sammler und Händler aus den USA der die ganzen Rolex auf den Markt gepusht hat? Video über Video bei Youtube dazu.

Mit dem Lehrmaterial könnte sogar Wuffi der Postbotenschreck-Terrier mittlerweile Original von Fake unterscheiden.
 
Insgesamt ein Thema, was sicherlich die gesamte Uhrenszene spaltet, was man auch in den geistigen Ergüssen gegenüber Chinauhren allgemein vernimmt.

Alles Fakes, alles Schrott, das Übliche an vermeintlich elitärem Geschwafel. Dass vermutlich 95% der Modeuhren ebenfalls aus China kommen wird dabei gekonnt ignoriert. Für Medien ist das dann aber immer auch leichter aufzugreifen als mal hinter die Fassaden zu blicken.

Auch ich durfte schon von Kollegen anhören "mit dem Alter und dem Verdienst, da solltest du dir mal eine anständige Uhr kaufen und von Seiko ablassen. Schau mal meine Hulk an!". Meine Standardantwort war dann immer "Audemar Piguet hast Du dir bestellt? Wann kommt sie?".

Da ist dann Ruhe im Poff.

Ich würde mit meiner Wertevorstellung nur einen legitimen Grund sehen, wann man eine Fake-Uhr besitzen kann:

Wenn die Originalen irgendwo bei Nichttragen verbunkert sind und die Handwerker von vor ein paar Jahren diese dann beim Nachtbesuch mit Taschenlampe und Bumbum in der Hand (nicht Langnese!) im Wohnzimmer mit den Schatullen finden. Quasi die 500 Mark auf dem Schränkchen die von den Mios in der Unterhosenschublade ablenken sollen.

Davon dürfte es aber nicht viele Leute geben.

Ich verurteile aber auch wie gesagt niemanden der das anders sieht.

Wie der m3: Der eine kauft echt, der andere klebt nen Sticker drauf.

Ansonsten empfehle ich ein paar Bier, Youtube "Held der Steine" (Ex-Legohändler) und seinen mittlerweile jahrelangen Kampf mit einem dänischen Spielzeughersteller zu der Thematik "Was ist Lego? Was ist ein Klemmbaustein? Was ist ein Gattungsbegriff?"

Wenn man dann noch die Ironie mag "Das kann kein Lego sein, denn das ist günstig und besser!", sind die Abende gerettet... Und dann noch hinterher Johnnys World der das Thema mit den Dänen ebenfalls hat, aber Obacht: Auch Chinesen haben Zähne und beissen zurück... Gegen Missbrauch von juristischen Regeln zum Beispiel.

... und da sind wir wieder bei den Uhren: Da ist ja eine 10k€-Uhr auch IMMER besser. Weiss man doch. Es sind wohl doch nicht die Margen und das Marketing sowie die Rechtsabteilungen, Markenschutzeintragungen, sondern die Löhne der Uhrmacher die den Preis ausmachen.

Dieses Business ist so kaputt,... Kognitiv kaputt.
Gruß,
keegokies
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ZDF-Recherche:Produktfälschung 18 Aug 2021 11:14 #9552

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Dazu muss ich auch noch ein paar Gedanken und Anmerkungen loswerden.
  • Eins muss hier mal klar gesagt werden: Eine REP - selbst wenn sie noch so sorgfältig gebaut wurde - bleibt eine REP und wird niemals ein Original. Mag sein, dass manch eine "1:1" oder "100%" REP aus Fernost auf den ersten Blick wie eine Echte aussieht, aber es bleibt eine Kopie! Selbst wenn jemand eine echte Submariner in der Schublade bzw. in seinem Safe oder Bankschließfach hat und sich eine REP zulegt um das Original zu schonen (macht das tatsächlich jemand?), es ist und bleibt eine Fälschung. Punkt.
  • Der Besitz einer REP ist nicht strafbar! Ebensowenig die Einfuhr einer REP, sei es als Urlaubsgepäck oder per Bestellung. Ausnahme ist natürlich die Einfuhr von Fälschungen mit der Absicht des Handels. Wer mit einer gefälschten Rolex am Handgelenk oder im Gepäck durch den Zoll am Flughafen wandert, hat nichts zu befüchten. Wer allerdings gleich 10 oder mehr nagelneue und evtl. noch verpackte Roletten-Fakes im Gepäck hat, der wird wohl im Falle des Falles Ärger bekommen, wenn der/die nette Zollbeamt:In diese erblicken sollte. Ferner hat der Zoll auch das Recht, eine Fälschung, die auf dem Versandweg nach Deutschland soll, einzukassieren. Rechtliche Folgen hat aber auch dies nicht für den Besteller.
  • Strafbar ist aber der Handel mit Fakes/REPs/Plagiaten (oder wie immer man es nennen mag) in Deutschland. Wer in Deutschland eine Fälschung anbietet (Nachbau einer Markenuhr inklusive Markennamen, Logo und evtl. geschützter Bezeichnung), verstößt gegen geltendes Recht in einem, wenn nicht sogar in mehreren Fällen. Da wirds aber dann auch kompliziert und für Nicht-Juristen kaum überschaubar, weil da verschiedene Gesetze  betroffen sind (Marken- und Urheberrecht, Geschmacks- und Gebrauchsmuster etc. pp.). Das kann u.U. auch Hommagen tangieren, wenn beispielsweise eine Uhr nachgebaut wird, die noch einem Geschmacks- oder Gebrauchsmusterschutz unterliegt.
  • Die Frage, ob eine Fälschung dem Hersteller des Originals schadet, ist dabei eher zweitrangig. In den allerwenigsten Fällen dürfte dem Original-Hersteller ein Umsatz durch die Lappen gehen, wenn sich jemand statt des 10.000 Euro-Originals eine Kopie für 90,- EUR kauft. Denn es ist unwahrscheinlich, ob er stattdessen zum Original gegriffen hätte, wenn es die Kopie nicht gegeben hätte. Aber das Recht ist auf der Seite der Markeninhaber, und aus unternehmerischer Sicht ist es meist sinnvoll, dieses auch durchzusetzen. Sieht man eine bestimmte Uhr an jeder Ecke und an jedem Handgelenk, ist es mit der vermeintlichen Exklusivität nicht mehr weit her.
    Mercedes hat mal in einem anderen Fall einen Nachbau des legendären "Flügeltürers" 300 SL publikumswirksam in die Presse stopfen lassen. Dabei wurde so getan, als hätte man jemandem seinen 300SL-Clone abgenommen  und geschrottet. Dabei handelte es sich jedoch um einen Nachbau, den man bei einem Händler einkassiert hatte, der damit nun mal gegen geltendes Recht verstieß. Die Botschaft an die Liebhaber war damit aber klar: Wer so einen Nachbau kauft oder besitzt, den haben wir nicht mehr lieb! Kenner vermuten überdies, dass es mittlerweile mehr Nachbauten des 300SL (Roadster und Coupe) gibt als Originale. Wohlgemerkt Nachbauten, die am Markt als echt gelten und auch als solche verkauft werden! Bei Preisen von einer bis zu mehreren Millionen Euro (je nach Historie) sogar verständlich, dass da manch einer auf nicht ganz legale Ideen kommt 
  • Die Gründe, warum sich jemand eine Hommage oder gar eine REP kauft sind extrem vielfältig. Es gibt vermutlich nicht wenige Leute, die damit einen auf dicke Hose machen und mit der vermeintlichen Luxusuhr herumprotzen. Wer's braucht...
    Ich persönlich trage Uhren als Schmuckstück und kaufe deshalb auch Uhren nur aus einem Grund, nämlich weil sie mir gefallen. Ob dann da "Rolex" oder "Parnis" draufsteht, ist für mich i.d.R. zweitrangig. Manchmal habe ich eine REP nur deswegen gekauft, weil eine entsprechende Hommage nicht zu bekommen war. Würde ich mir das Original kaufen? Nein. Klar habe ich ein bisschen was auf der hohen Kante, aber ich weigere mich schlicht, drei oder vier Monatsgehälter für eine Submariner auszugeben. Oder im Fall einer Paul Newman Daytona auch mehrere Jahresgehälter. 
  • Noch was zum Thema Exklusivität: Gerade bei der Marke Rolex hat das mittlerweile groteske Züge angenommen. Bestimmte Modelle verteuern sich bereits kurz nach Verkaufsstart, manche sind erst mit jahrelanger Wartezeit lieferbar und es werden teils Schmiergelder bezahlt, um überhaupt auf Wartelisten aufgenommen zu werden. Aber um es ganz klar zu sagen: Aus unternehmerischer Sicht hat Rolex alles richtig gemacht! Kaum ein Hersteller schafft es, solch einen Mythos um seine Brand aufzubauen. Die (künstliche?) Verknappung eines bestimmten Guts war schon immer ein probates Mittel, die Nachfrage anzukurbeln. Und da Angebot und Nachfrage nun mal den Preis einer Ware bestimmen, wäre Rolex dumm, dies nicht auszunutzen und voranzutreiben. Natürlich ist die Entwicklung einer Blase da vorprogrammiert. Der Preis einer bestimmten Ware ist ja nicht nur durch die Herstellungskosten bestimmt, sondern da fließt ja auch eine mehr oder weniger große Gewinnerwartung mit ein. Rolex könnte sicherlich auch eine Stahl-Sub für 8.000,- EUR verkaufen und würde immer noch Gewinn machen. Es ist ja nicht so, als würden die Uhren einzeln und in vollständiger Handarbeit zusammengeklöppelt. Wesentliche Schritte werden automatisiert und industrialisiert, alleine schon um den Gewinn zu steigern.
    Aber warum sollte Rolex seine Ticker preiswerter verscherbeln? Jeder Unternehmer versucht seine Waren preislich so zu positionieren, dass der Umsatz stimmt, die Nachfrage aber dennoch hoch bleibt.
  • Nicht jeder Hersteller ist dabei so demokratisch wie beispielsweise Seiko, die im Prinzip für jeden Geldbeutel und für fast jedes Gehalt die passende Uhr im Sortiment haben.
  • Man darf auch nicht vergessen, dass Luxusuhren in bestimmten Kreisen schlicht ein Statussymbol sind. Eine billige Uhr passt einfach nicht zum teuren Business-Anzug. Wobei man da auch ein wenig abwägen muss. Ein Unternehmensberater wirkt schnell unseriös, wenn am Handgelenk eine auffällige Luxusuhr baumelt und er mit einem Ferrari beim Kunden angefahren kommt. Da wirkt man schnell etwas loddelhaft :) Auf der anderen Seite kann eine 150,- EUR Seiko, die unterm Armani-Anzug hervorlugt, auch Understatement ausdrücken, was sich beispielsweise beim Bewerbungsgespäch durchaus positiv bemerkbar machen kann.
Darüber zu diskutieren, warum jemand REPs oder Hommagen besitzt und ob diese überhaupt eine Daseinsberechtigung haben, sind jedenfalls sinnlos. Entweder man mag sie oder eben nicht, dazwischen gibt es nichts. Ebenso sinnlos sind Threads, in denen darüber spekuliert wird, ob teure Uhren grundsätzlich besser sind als preiswertere. Ist eine Rolex für 15.000 EUR hundertmal besser als eine solide Seiko für 150,- EUR? Was heißt überhaupt "besser"? Bei solchen Diskussionen kochen meist schon nach kurzer Zeit die Emotionen über und die Beiträge werden schnell boshaft und persönlich. Muss man sich nicht antun, zumal dazu alle möglichen (und unmöglichen) Argumente schon tausendfach auf den Tisch gekommen sind.

Ist wie mit Autos. Beispiel: Mein MX-5 NBFL ist von Größe, Gewicht und Motorleistung her vergleichbar mit einem frühen Porsche 911 G-Modell. Von A nach B komme ich mit beiden Autos gleich schnell und der Komfort ist ähnlich spartanisch. Trotzdem haben beide Autos einen sehr unterschiedlichen Wert, was unter anderem auch mit der Verfügbarkeit am Markt zu tun hat, aber sehr viel mehr wohl auch mit dem Ruf und dem Image des jeweiligen Autos. Trotzdem liebe ich meinen MX-5 und ein früher 911er wäre mir auch viel zu schade als Daily Driver.

Just my 2 cents... 
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