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Wempe. Ein Hersteller, zwei Taucheruhren. 05 Aug 2021 12:18 #9416

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Blicken wir erst mal zurück, soviel Zeit muss sein, und schauen in Richtung Oldenburg, in das Jahr 1857.
Um genau zu sein, am 26. März 1857 wurde Gerhard Diedrich Wempe geboren, und ist verstorben am † 4. Mai 1921.Der Sohn eines Gemischtwarenhändlers und gelernter Uhrmacher, gründete 1878 mit einem Startkapital von 80 Mark das Unternehmen, indem er in Elsfleth an der Weser sein erstes Uhrengeschäft eröffnete.
1907 folgte ein weiteres Geschäft in Altona.
1951 umfasste das Unternehmen insgesamt vier Niederlassungen in Hamburg und war somit das erste der Branche, das dieses Geschäftsmodell praktizierte.
Nach dem Tod von Gerhard Dietrich Wempe übernahm sein Sohn Herbert Wempe (* 1. Februar 1890, † 18. August 1963) die Leitung der Geschäfte.1923 erwarb er ein Kontorhaus in der Steinstraße im Hamburg, das seitdem mit „Gülden Gerd“ den Namen des Gründers trägt und noch heute der Firmenstammsitz ist.
1938 kaufte er die 1905 von sechs norddeutschen Reedern gegründeten „Chronometer-Werke Hamburg“ und ließ sie in „Chronometer-Werke Gerhard D. Wempe“ umbenennen.Der Enkel des Gründers, Hellmut Wempe (* 30. April 1932), trat 1951 in das Unternehmen ein und baute es aus.

1953 holte er die Schweizer Uhrenmarke Rolex nach Deutschland.In den fünfziger Jahren wurden auch erste Armbanduhren unter dem Namen „Wempe Zeitmeister“ produziert.Von 1966 bis 1977 expandierte Wempe kontinuierlich und eröffnete in elf Großstädten Geschäfte und schließlich 1980 die erste Auslandsniederlassung in New York.1985 folgten Geschäfte in Paris, Wien (1991), London (1997), Madrid (2000) und 2001 an Bord des Kreuzfahrtschiffs Europa.
2013 kam mit Peking eine Repräsentanz in Asien dazu sowie eine Boutique auf der Europa 2.Zum 125-jährigen Firmenjubiläum im Jahr 2003 übernahm Kim-Eva Wempe in vierter Generation und als erste Frau die operative Geschäftsleitung.
2005 kaufte und renovierte Wempe die Sternwarte Urania im sächsischen Glashütte und errichtete dort die erste Chronometer-Prüfstelle für Uhren nach deutscher Din-Norm.
Seit 2006 wird hier auch die eigene Uhrenmarke mit den beiden Linien „Wempe Chronometerwerke Glashütte I/SA“ und „Wempe Zeitmeister Glashütte I/SA“ gefertigt.Auch die hauseigenen Feinregulierungen für die zugekauften Werke (ETA & SW) werden hier hergestellt und in die Uhren eingebaut. 

Es treten an....A.) Wempe Zeitmeister Taucheruhr aus dem Jahre 12.2013 gegen...B.) Wempe Iron Walker Taucheruhr aus dem Jahre 06.2020.
 

Das Design der jeweiligen Uhr könnte unterschiedlicher nicht sein.Die Zeitmeister geht voll in Richtung der üblichen Taucheruhren. Anders bei der Iron Walker, denn die folgt dem Genta-Design.Die Gehäusegrößen ist gleich. Es sind 42mm.Beide Edelstahlstahl-Zeitmesser sind Taucheruhren und bis 30 bar wasserdicht.Um dieses zu gewährleisten sind u.a. die Kronen verschraubt. Auch tragen die Kronen das Firmenlogo.Dennoch gibt es einen kleinen Unterschied, der kaum ins Auge fällt, und sich in der Benutzung nicht spürbar bemerkbar macht.Die Vertiefungen (Riffellung) der Krone der Zeitmeister (Z) ist etwas gröber, die der Iron Walker (IW) ist feiner gearbeitet, und ist bei der 4 /16 Uhr zu finden.Die Krone bei der 2 / 14 Uhr ist ebenfalls verschraubt und bedient, im aufgeschraubten Zustand die innen liegende Lünette.Die Kronen lassen sich mühelos zu - und aufschrauben.

 

 

Die Böden der Uhren sind auch gleich. Die Böden zeigen in der Mitte die Sternwarte und die zur Uhr gehörende Gehäuse / Uhren-Nummer.Auch die Verschraubung des Bodens ist geblieben. Der Boden wird durch einen Ring dicht ans Gehäuse gedrückt, und verschließt den Boden gegen Wassereinbruch.Allerdings sind hier Unterschiede zu erkennen, die aber nicht ins Gewicht fallen.Der Bodenrand und Ring der Z ist breiter, und so braucht es nur eine Dichtung.Der Boden und Ring der IW etwas schmaler, und hier werden 2 Dichtungen verwendet.Damit der Boden immer gut ausgerichtet ist, befinden sich bei der Zeitmeister 2 Metallstifte am Werkhaltering.Bei der IW ist das etwas anders gelöst, hier sind 3 Einbuchtungen auf dem Werkhaltering zu finden und die Ausbuchtungen sind am Boden zu sehen.

 

 

 

Iron Walker

 

 

 
 
Da die Böden schon mal offen sind, gönnen wir uns einen Blick auf die Werke.In der Z ist ein SW 300-1 verbaut, und in der IW das ETA 2892-A2.Da diese Werke fast identisch sind, wurde in den Werken die hauseigene Feinreglage verbaut.Das SW & das ETA sind mit Wölkchen-Schliff versehen, und halten was die Qualität verspricht, die Chronometer-Norm.Einzig was an diesem Verbau zu bemängeln wäre, die Feinreglage ist nur zugänglich wenn man den Rotor abnimmt.Für das Nachregulieren, wenn man sich das zutraut, braucht man das Werkzeug, das Fachwissen und eine ruhige Hand / Finger.

 

 

In dieser Lage sind auch gut die Bandanschlüsse zu sehen.Die Z hat die klassischen Federstege, die es einem erlauben auch mal ein Lederband dran zu machen.Das ist bei der IW völlig anders. Da reichen die ersten Mittelglieder ins Gehäuse und werden dort, oben und unter, jeweils mit 2 Schrauben fixiert.Eine Bandwechsel (Lederband) ist zur Zeit mit der IW Taucheruhr nicht möglich.Die Bänder sind Edelstahlbänder, die einen, was die Größer der Glieder angeht, unterschiedlichen Aufbau haben. So hat die Z das typisch-klassische Taucher-Band, während die IW das, zum Design passende, Genta-Design vorweißt.Die letzten 4 Glieder der Bänder sind verschraubt. Auch haben die Schließen eine Tauchverlängenung mit Sichersbügel.Zusätzlich kann die Länge der Bänder durch 3 Positionen in der Schließe verändert / angepasst werden.Beide Bänder halten die jeweilige Uhr fest am Handgelenk.

 

  
Gruß Bernd
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Wempe. Ein Hersteller, zwei Taucheruhren. 05 Aug 2021 12:25 #9417

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.. und weiter geht´s.

 

Die Gläser.
Die Gläser sind entspiegelt, wobei das Glas der Z leicht konvex ist, während das Glas der IW plan ist. Bei Beiden lässt sich die Zeit gut ablesen. Die Indexe auf den Zifferblättern sind mit Leuchtmasse ausgelegt, ebenso die Zeiger und das Dreieck des Sekundenzeigers.
Bei der IW leuchtet das Dreieck in der Lünette, und bei der Z die Lünettenperle. Alles in Blau.
 Was ist nun besser, eine außen drehbare Lünette (eine Richtung mit 60er Rastung) mit Keramik Einlage, oder eine innenliegende Lünette, die über eine Krone stufenlos in eine Richtung eingestellt werden kann ?

Ich finde, jede Lünette hat was für sich.

 

 

Fazit:
Beide Uhren lassen sich sehr gut tragen, und liegen gut an. Da drückt und kneift nichts.Welche der Uhren ist nun die Bessere ?Ich das kann nicht zu 100% entscheiden, denn die Z hat ihre Vorteile, und auch die IW hat ihre Vorteile.Das Design der Uhren … gut, auch die Zeigerlänge ...gut, ebenso die Ablesbakeit … gut, das Trageverhalten der Uhren … gut.Die Schließen … gut.Zifferblatt Schwarz oder Blau ….. Geschmackssache. Einzig vielleicht....ich liebe das Genta-Design, mehr als das Übliche.Deswegen, für mich die IRON WALKER.

Danke fürs Reinschauen.
Gruß Bernd
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Wempe. Ein Hersteller, zwei Taucheruhren. 05 Aug 2021 19:00 #9420

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Hi Bernd und vielen Dank für den Beitrag. Ich persönlich habe Wempe eigentlich fast immer als Boutique-Kette wahrgenommen. Allerdings wusste ich auch, dass Wempe als Marke/Hersteller in Erscheinung tritt. Dass da aber auch eine lange Tradition dahintersteht, wusste ich bisher nicht. Von daher: Wieder was dazugelernt

Mein Favorit wäre ganz klar die Iron Walker. Das Genta-Design fasziniert mich eh schon länger, einfach weil es eine große Eigenständigkeit besitzt und mit den Ecken und Kanten genau in mein Beuteschema passt. Die Zeitmeister dagegen bietet für mich zu wenig Eigenständiges. Aber das ist natürlich nur mein ganz persönliches Fazit. Beide Uhren spielen preislich sowieso in einer Liga, in der ich mich (zumindest jetzt) noch nicht umschaue.
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― Frank Zappa
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Wempe. Ein Hersteller, zwei Taucheruhren. 05 Aug 2021 19:21 #9422

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Danke Dir, Tom.
Leider wird Wempe zu oft verkannt, erst recht nachdem diese die Werke in Glashütte aufmotzen / verfeinern, fertigen und zusammen bauen.
Getestet wird zum Beispiel wenn die Werke verbaut sind, nicht vorher.

Und ja, Wempe hat eine alte Uhrengeschichte, die aber durch den Verkauf anderer Uhren / Marken in den Hintergrund tritt.
Auch der Service ist gut. Ich habe da nicht viel zu meckern.

Preislich .... nun ja, die neuen Modelle (Iron Walker) die kosten schon etwas, aber die Zeitmeister-Modelle (gebraucht) sind durchaus erschwinglich.
Die Werke sind zugekauft, aber Inhouse verbessert wurden.

Vom Design her finde ich die Iron Walker echt toll, aber die Zeitmeister, mit Keramik-Lünette, die hat auch was.
Gruß Bernd
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Wempe. Ein Hersteller, zwei Taucheruhren. 05 Aug 2021 21:00 #9423

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Wempe wird tatsächlich häufiger als "Yuppie-Uhrenladen für ganz große Taler" verkannt, hat aber tatsächlich eine relativ große Vergangenheit in der Herstellung von Uhren und hat zum Beispiel mit den Baumuster-B-Uhren ("Beobachtungsuhren") im zweiten Weltkrieg die deutsche Luftwaffe beliefert - neben IWC, Laco, Stowa und Lange & Söhne.

Ob Wempe in der Herstellung heute noch diesen Ruf hat kann ich nicht beurteilen, kenne auch persönlich niemanden mit Wempe in der Schublade, dafür aber mit nahezu allem anderen was Rang und Namen hat.

Ich bin da mehr Zenith, Zodiac, Yema, Seiko,... Bis auf Zenith alles aber sicherlich eher Schnäppchen gegen Wempe.

Bekanntlich ist ja jeder jeck auch anders. Die Zeitmeister ist mir zu sehr Casio (auch wenn es jetzt Haue gibt) und die andere, an der gefällt mir der Innenkranz nicht.

Sind es deshalb hässliche Uhren? Nein. Nur nicht meines.
 
Gruß,
keegokies
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Wempe. Ein Hersteller, zwei Taucheruhren. 05 Aug 2021 21:17 #9424

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Ja genau, jeder Jeck ist anders. 

Ich sammele Uhren die mit gefallen, und wenn es dazu noch Geschichte gibt, um so besser. 
Und, auch ich habe auch Uhren die günstig waren / sind, aber auf Dauer dann doch nicht so juchhu. 
Ich komme dann immer ins Grübeln ob eine Revi angemessen ist, wenn die Revikosten an einen Neupreis einreichen. 
Jeder soll aber mit den Uhren die man hat glücklich werden. 
Gruß Bernd
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Wempe. Ein Hersteller, zwei Taucheruhren. 06 Aug 2021 23:43 #9435

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Ja genau, jeder Jeck ist anders. 

Und das ist gut so! Hätten alle den gleichen Geschmack, wäre es erstens langweilig und zweitens hätte man in Foren viel weniger zu diskutieren. Auch langweilig :)

Ich sammele Uhren die mit gefallen, und wenn es dazu noch Geschichte gibt, um so besser. 

Absolut d'accord.

Und, auch ich habe auch Uhren die günstig waren / sind, aber auf Dauer dann doch nicht so juchhu.

Geht mir mitunter auch so, wenn auch auf niedrigerem Preisniveau. Manch eine Uhr der Klasse "unter 40,- EUR" gefällt mir heute nicht mehr ganz so gut. Man wird halt mit der Zeit auch anspruchsvoller.

Ich komme dann immer ins Grübeln ob eine Revi angemessen ist, wenn die Revikosten an einen Neupreis einreichen. 

Das Problem stellt sich bei mir erst gar nicht. Sollte eine meiner Quarzer mal ausfallen, kommt ein neues Werk rein und gut ist. Meine Automatik-Uhren dürften kaum Verschleiß ausgesetzt sein, da jede einzelne Uhr nur selten ans Handgelenk kommt aufgrund der schieren Größe meiner Sammlung. Und falls doch mal ein Werk streiken sollte, kommt halt hier auch ein Neues rein. Alles in allem ein überschaubares finanzielles Risiko. In den meisten meiner Uhren mit mechanischem Werk steckt entweder ein NH35 oder NH36 Trecker oder eben ein günstiger Antrieb chinesischer Herkunft.

Bei teuren Uhren muss man allein schon eine Revision durchführen lassen, um den Wert zu erhalten. Egal ob die Uhr nun häufig getragen wird oder ihr Leben in einem Safe oder Bankschließfach fristet. Denn wenn man sich später mal von der Uhr trennen will oder muß, will der Käufer sicherlich einen Nachsweis über die regelmäßge Wartung und Revision haben.

Jeder soll aber mit den Uhren die man hat glücklich werden. 

Dem ist nichts hinzuzufügen :)
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