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Die Hanhart Watchlounge Edition 31 Aug 2021 08:12 #9644

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Die Sonne steht rot am Abendhimmel über dem Nordostschweizer Städtchen Diessenhofen am Rhein, als sich der Uhrmacher Johann Adolf Hanhart hinsetzt, Feder und Papier zur Hand nimmt und eine Annonce aufsetzt. Darin macht er „den ehrsamen Einwohnern von Diessenhofen und Umgebung“ die „ergebene Anzeige“, dass er ein Geschäft käuflich übernommen und dessen Lokal bezogen habe, um hier ein Uhrengeschäft zu eröffnen. Das Gebäude befindet sich an der Hauptstraße 33.
Das Inserat erscheint am 1. Juli 1882 im „Anzeiger am Rhein“.1882 gründete der Schweizer Johann Adolf Hanhart seine Uhrenmanufaktur und verlagerte sie nach 20 Jahren aufgrund von Mangel an Uhrmachern über die Grenze in die Uhrenhochburg Schwenningen in den Schwarzwald.Als Hanharts jüngster Sohn Wilhelm Julius (* 31. Oktober 1902 - † 22. Oktober 1986) in das Unternehmen eintritt, nimmt eine Epoche dynamischer Innovation und Pioneerleistungen ihren Anfang.
1924 lanciert der sportbegeisterte Wilhelm Hanhart die weltweit erste bezahlbare mechanische Stoppuhr. Er hatte ein Jahr zuvor an einem Leichtathletik-Sportfest teilgenommen, bei dem die Veranstalter nur mühselig vier Stoppuhren unterschiedlicher Qualität auftreiben konnten. Damals kamen diese Zeitmesser ausschließlich aus der Schweiz und waren – wenn überhaupt – nur zu überhöhten Preisen erhältlich, da praktisch nur Einzelstücke produziert wurden. Wilhelm (Willy) Hanhart regte sich derart darüber auf, dass er sich entschloss, selbst Stoppuhren herzustellen. Zusammen mit einem Uhrmacher entwirft und konstruiert er die erste bezahlbare mechanische Stoppuhr – und drückt damit den Startknopf für die im Stoppuhrensektor bis heute führende Zeitmesser-Firma.
1926, zwei Jahre nach Einführung der ersten bezahlbaren Stoppuhr, wird die Palette um Taschen- und Armbanduhren erweitert, ausgeführt auf höchstem Niveau uhrmacherischen Handwerks.
Im Jahr 1932 starb Johann Adolf Hanhart. Die Neuausrichtung des Betriebes noch im gleichen Jahr, in deren Zentrum die Aufgabe des Einzelhandelsgeschäftes lag, wird für das Unternehmen zum Erfolg. Beschäftigte Hanhart zu diesem Zeitpunkt 30 Mitarbeiter, waren es 1939 bereits 200.
Im Zuge der Expansion wird 1934 in Gütenbach im Schwarzwald eine zweite Manufaktur gegründet, die noch heute die Hanhart- Stoppuhren- Kollektion herstellt.
1938 entwickelte Hanhart seinen ersten Eindrücker-Chronographen Kaliber 40. Dessen originalgetreues Replika ist heute unter dem Namen Pioneer Mk I unter Uhrenliebhabern sehr beliebt.Ein Jahr später, im Jahr 1939 vorgestellte Tachy Tele wurde an die Kriegsmarine, aber vor allem in der deutschen Luftwaffe ausgegeben, und war aufgrund ihrer Zuverlässigkeit und Präzision während des Zweiten Weltkriegs auch bei Berufspiloten sehr beliebt.
1940 wurde mit der Produktion des Zweidrücker-Modells „Kaliber 41“ begonnen. Fliegeruhren wurden zum damaligen Hauptprodukt des Herstellers, der unter anderem auch Taschen-Chronographen für die Schiffsartillerie produzierte.Die B-Uhr wurde in den Nachkriegsjahren, ab 1945, mit Handaufzug und Kal. 44 hergestellt. Die 3-Zeiger Uhr war als Bundeswehruhr aber auch als Ziviluhr sehr beliebt. Das schlichte Zifferblatt ermöglichte eine leichte Ablesbarkeit und durch die niedrigere Gehäusehöhe war die Uhr sehr angenehm zu tragen.Nach der Demontage begann ab 1948 erneut die Produktion von Fliegeruhren.
Willy Hanhart, der während der Entnazifizierung in Deutschland in die Schweiz gegangen war, kehrte zurück.Im Auftrag der Franzosen stellt Hanhart den Chronographen „Admiral“ her – speziell für Ärzte und Offiziere. Die Bundesmarine wird mit Präzisionszeitmessern beliefert. Anfang der 50er Jahre läuft die Produktion bereits wieder auf Hochtouren. Hanhart konzentriert sich vermehrt auf die Herstellung mechanischer Stoppuhren und bringt gleichzeitig mehrere innovative Fabrikate wie Zeitschaltuhren oder den Armbandwecker „Sans Souci“ auf den Markt.
Im Jahr 1952 wird in Schwenningen der Hauptsitz wieder aufgebaut. Im gleichen Jahr nimmt Hanhart erstmals an der Schweizer Uhrenmesse – der heutigen Baselworld – teil.Gleichzeitig entwickelte sich der Geschäftsbereich Stoppuhren in den 1950er Jahren zum Marktführer in Europa und der Präzisionsuhrenverkauf konnte auf weitere westeuropäische Luftwaffen ausgedehnt werden. Die Herstellung der Fliegeruhr und der Chronographen für Stabsoffiziere und Ärzte der Bundeswehr erfolgte bis 1962.
Nach dem Wegfall der Bundeswehr-Aufträge wiederholt 1962 Hanhart seinen Coup von 1924: Er überrascht den Markt mit seiner neuen Stoppuhr „Amigo“. Das Unternehmen wird Marktführer und größter Produzent Europas für mechanische Stoppuhren.Hanhart legt einen Gang zu …und nimmt 1963 in Neukirch eine weitere Produktionsstätte in Betrieb.
In Deutschland gibt es praktisch keine Schule und keinen Sportverein, in dem nicht Hanhart-Stoppuhren für die Zeitmessung verwendet werden.Dann bricht 1972 das Zeitalter der Quarzuhren an. Hanhart errichtet eine eigene Kunststoff-Spritzerei und entwickelt ein Quarzwerk, das millionenfach vertrieben wird. Zu den Kunden gehören namhafte Unternehmen, die damit eigene Wecker und Uhren ausstatten oder für die Hanhart nach deren Design diese Produkte komplett herstellt. Aus Fernost gelangen die ersten billigen Quarzwerke auf den Markt. Der Preisdruck wird stärker, die Absatzmengen gehen zurück.
Die Gütenbacher parieren die Offensive aus dem Fernen Osten und entwickeln 1981 ein neues preisgünstiges Werk, das Kaliber 3305. Dieses geht 1982 in Produktion. 40 Millionen Stück werden verkauft!
1983 übernimmt Willy Hanharts Schwiegersohn Klaus Eble, der 1966 in das Unternehmen eingetreten war, die Geschäftsführung. Unter seiner Führung wurden die LCD Stoppuhren „Profil“, „Magma“ und „Stopstar“ entwickelt.Klaus Eble gelang es die Marke mit einer konsequenten Firmenpolitik aus der Krise zu lenken und sich auf das Kerngeschäft, die Herstellung hochwertiger Uhren, zu konzentrieren.
Mit einer Neuauflage der in Fach- und Sammlerkreisen immer noch beliebten Armbandfliegeruhr von 1939 wurde 1997 begonnen. Außerdem bietet Hanhart Replikas seines Ein-Drücker-Chronographen an. Die nach den alten Vorbildern gefertigten Armbanduhren verfügen über eine Drehlünette. Die Drücker haben einen unterschiedlichen Abstand zur Krone und um versehentliches Rückstellen zu verhindern, ist der Drücker rot**.
Ebenfalls 1997 wurde die Verwaltung und Produktion in Gütenbach zusammengelegt.

** Er drückte ihr zärtlich einen Kuss auf die schlafende Stirn, bevor er leise die Wohnung verließ. Als er im Hangar auf seinen Hanhart-Chronographen blickte, huschte ein Lächeln über seine Lippen: Sie hatte den Drücker mit ihrem roten Nagellack bepinselt, damit er immer an sie denke und sicher zurückkehre …So erzählt man sich die Anekdote des auffälligen Markenzeichens, das Hanhart seit der Einführung der Chronographen 1938 prägt: der rote Drücker.

Er war lackiert, um vor allem Piloten vor einem unbeabsichtigten Rückstellen der Stoppzeit zu bewahren.
Heute gehört Hanhart zu den letzten Uhrenmanufakturen, welche hochwertige Stoppuhren produziert.
2014 wurde die Hanhart AG an einen Investor veräußert und damit indirekt auch die Mehrheit der A. Hanhart GmbH & Co. KG in Gütenbach. Im Zuge dieses Eigentümerwechsels wurde das Chronographengeschäft vollumfänglich nach Deutschland auf die KG übertragen. Nachdem ebenfalls 2014 Insolvenz angemeldet wurde, wird aufgrund dessen das Uhrengeschäft in der neu gegründeten Hanhart 1882 GmbH weitergeführt.
Die heutige Leitung haben die Herren Felix Wallner und Simon Hall.
Aber nicht nur das, denn Hanhart war auch Partner der Watchlounge, um ab August 2016 eine WL-Edition herzustellen.  

Quelle Hanhart:
Die Hanhart Watchlounge Edition ist eine Uhr, die in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten im Forum entstand und welche uns gleichzeitig persönlich richtig gut gefällt, und die Seriennr. 00/XX wird einen schönen Platz in unserem Museum erhalten.Was uns von Beginn an klar war: Einem enorm fachkundigen Kreis vorzufinden, der sich nicht scheut, Feedback zur Uhr beizusteuern, wird das Finden eines gemeinsamen Nenners eine Herausforderung. Wir haben natürlich fleißig im Thread mitgelesen und stets versucht, das Feedback einfließen zu lassen, ohne Hanhart-typische Merkmale aus den Augen zu verlieren.
Die Daten zur Uhr.Automatisches Werk (Sellita SW 200) 28.800 A/h, 4 Hz, 26 Steine
Gangreserve 38 Stunden
Durchmesser 25,6 mm, Höhe 4,6 mm
GEHÄUSE: Edelstahl mit grauer PVD-Beschichtung kannelierte, beidseitig stufenlos drehbare Lünette mit rotem Indexpunkt aus Keramik
leicht gewölbtes Saphirglas, innen einseitig entspiegelt 2 verschraubte Gehäuseböden: einmal vollständig aus Edelstahl, einmal mit Saphirglas
Gravur mit Limitierungsnummer skelletierter Hanhart Rotor
Durchmesser 42 mm, Höhe 12 mm, wasserdicht bis 10 ATM, Lug-to-Lug ca. 50 mm.
ZIFFERNBLATT
Schwarz mit Super-LumiNova®-beschichteten luminiszierenden Ziffern und Zeigern (Light Old Radium),
historisches Hanhart Logo.

Nach erhalt meiner Hanhart konnte ich mit meiner Frau zusammen eine Werksbesichtung machen.

Im Gespräch mit Simon Hall.


Nach 3 Stunden, meine Frau war mittlerweile genervt, aber ich hätte noch weiter in Sachen Uhren und dessen Hersteller reden können, beendeten wir den Besuch.Schon allein der Geruch alter Maschinen ist himmlisch gewesen. War klasse und hoch interessant.

Meine am Arm.
Er drückte ihr zärtlich einen Kuss auf die schlafende Stirn, bevor er leise die Wohnung verließ. Als er im Hangar auf seinen Hanhart-Chronographen blickte, huschte ein Lächeln über seine Lippen: Sie hatte den Drücker mit ihrem roten Nagellack bepinselt, damit er immer an sie denke und sicher zurückkehre …So erzählt man sich die Anekdote des auffälligen Markenzeichens, das Hanhart seit der Einführung der Chronographen 1938 prägt: der rote Drücker. Er war lackiert, um vor allem Piloten vor einem unbeabsichtigten Rückstellen der Stoppzeit zu bewahren.Er drückte ihr zärtlich einen Kuss auf die schlafende Stirn, bevor er leise die Wohnung verließ. Als er im Hangar auf seinen Hanhart-Chronographen blickte, huschte ein Lächeln über seine Lippen: Sie hatte den Drücker mit ihrem roten Nagellack bepinselt, damit er immer an sie denke und sicher zurückkehre …So erzählt man sich die Anekdote des auffälligen Markenzeichens, das Hanhart seit der Einführung der Chronographen 1938 prägt: der rote Drücker. Er war lackiert, um vor allem Piloten vor einem unbeabsichtigten Rückstellen der Stoppzeit zu bewahren.
Gruß Bernd
Jaeger-LeCoultre = The watchmaker's watch.
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